Albrecht Milnik
Forstmeister Dr. rer. silv. habil.

Forsthistorische Schriften
 
Kraina jak liść dębu – Historia śląskiego leśnistwa w czasach pruskich (1741-1945)

Polnische Ausgabe der schlesischen Forstgeschichte
„Ein Land wie ein Eichenblatt“

 








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Preis: 27,- Euro

Die polnische Ausgabe entspricht in Inhalt und Bild der deutschen Ausgabe (siehe dort).

115. Delegiertentagung der Polnischen Forstgesellschaft PTL in Toruń
Die Polnische Forstgesellschaft PTL (Polskie Towarzystwo Leśne), geleitet vom Präsidenten Prof. Dr. habil. ANDRZEJ GRZYWACZ, und die Regionaldirektion der Staatlichen Forstverwaltung in Toruń, geleitet von JANUSZ KACZMAREK, luden vom 25. bis 27. Juni 2015 zur 115. Delegiertentagung der Polnischen Forstgesellschaft an die Weichsel nach Toruń ein. Neben über 300 Forstbediensteten aus der gesamten Republik Polen folgte auch eine Delegetation aus Berlin–Brandenburg der Einladung. Vom Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde waren STEFAN PANKA und Dr. Dr. habil. MATTHIAS NOACK als langjährige Bündnispartner bei der grenzübergreifenden forstlichen Versuchsflächenkooperation und vom Bundeslandwirtschaftsministerium in Berlin PAUL NEY geladen.



Abb. 1: Prof. Dr. habil. ANDRZEJ GRZYWACZ, Präsident der Polnischen Forstgesellschaft
(rechts), und JANUSZ KACZMAREK, Direktor der Regionaldirektion der polnischen
Staatsforstverwaltung in Toruñ (links), eröffnen die 115. Delegiertentagung der Polnischen
Forstgesellschaft in Toruñ

In diesem Jahr stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der polnischen Forstgeschichte des 20. Jahrhunderts, die zwangsläufig maßgeblich durch die von Deutschland ausgehenden Weltkriege mitgeprägt wurde. Das Tagungsthema lautete: „Die Bedeutung der Wälder für die Landesverteidigung. Beteiligung von Förstern an der Verteidigung des Vaterlandes.“

Am ersten Versammlungstag fand unmittelbar nach der Ehrung verdienstvoller Vereinsmitglieder ein für die deutsch–polnischen Forstbeziehungen außerordentlich bedeutungsvolles Ereignis statt. Resultierend aus einer mittlerweile Jahrzehnte währenden und von beiderseitiger fachlicher Wertschätzung gekennzeichneten freundschaftlichen Beziehung zwischen dem Präsidenten der Polnischen Forstgesellschaft, Prof. Dr. habil. ANDRZEJ GRZYWACZ, und dem Eberswalder Forsthistoriker, Dr. habil. ALBRECHT MILNIK, erfolgte die Präsentation und symbolische Übergabe der nun auch polnischsprachigen Ausgabe des Buches „Ein Land wie ein Eichenblatt – Schlesische Forstgeschichte in preußischer Zeit (1741–1945)“ (ISBN: 978–83–941444–2–5, Verlag Kessel) durch den Autor ALBRECHT MILNIK persönlich. Nach dem „Forsthandbuch“ des preußischen Oberforstmeisters AUGUST VON BURGSDORFF (1809) erschien damit nach über 200 Jahren erstmals wieder ein deutsches Forstbuch auch in polnischer Sprache. Dieser Vorgang besaß folglich auch eine historische Dimension. So dokumentiert die bereitwillige Kostenübernahme für die Übersetzung und Verlegung des Buches sowie die kostenfreie Übergabe jeweils eines Exemplares an alle Tagungsteilnehmer durch die PTL das große forsthistorische Interesse der polnischen Försterkollegen. Darüber hinaus widerspiegelt dieser Akt den mittlerweile offenen Umgang der deutschen und polnischen Forstkollegen mit der beide Länder verbindenden, leider unheilvollen Geschichte des 20. Jahrhunderts, und vor allem das sich trotz dessen wieder entwickelnde Handreichen zur dauerhaften Sicherung friedlicher nachbarschaftlicher Beziehungen.



Abb. 2: Dr. habil. ALBRECHT MILNIK (rechts), Forsthistoriker aus Eberswalde, bei der
Präsentation und Übergabe seines in polnischer Sprache erschienen Buches „Ein Land
wie ein Eichenblatt – Schlesische Forstgeschichte in preußischer Zeit (1741–1945)“


Dem Tagungsthema widmeten sich sodann insgesamt neun Vorträge im Rahmen eines wissenschaftlichen Kolloquiums, wobei u. a. das Massaker von Katyń umfangreich behandelt wurde. Bei dieser durch Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) verursachten Tragödie fanden im Jahre 1940 bis zu 25.000 Staatsbürger Polens, darunter auch zahlreiche Forstleute, den Tod.

Darauf aufbauend führten am 26. Juni fünf Exkursionsrouten in die weitere Umgebung von Toruń, um den Teilnehmern insbesondere die außerordentliche Dimension des im polnischen Förster– und Waldarbeiterstand erlittenen Kriegsleides vor Augen zu führen und für die Zukunft zu mahnen, kriegerische Konflikte dringendst zu vermeiden. Abgerundet wurde das Exkursionsprogramm durch herausragende kulturhistorische Denkmäler Polens wie z. B. das Denkmal vom weißen Lech nahe Wągrowiec oder dem Eiben–Naturreservat „Cisy staro–polski“ in der Tucheler Heide.

Bevor sich die Mitgliederversammlung am Abschlusstag den notwendigen Vereinsformalitäten widmete, wurden am Vorabend nochmals alle Tagungsteilnehmer in der zu den modernsten Forstbaumschulen Europas zählenden Baumschule BIELAWY auf einem wahren Waldfest nochmals vereint. In einem anspruchsvoll gestalteten forstlich–jagdlichen Ambiente und mit einer außerordentlich großzügigen gastronomischen Versorgung boten die Veranstalter beste Bedingungen für rege Erfahrungsaustausche und Kennenlerngespräche, womit die Tagung sicher eine nachhaltende Wirkung bei allen Gästen entfalten wird.

Die deutschen Teilnehmer schulden der Polnischen Forstgesellschaft großen Dank für die erfahrene Gastfreundschaft sowie die fachlich und kulturell beeindruckende Tagung. Die kollegiale Atmosphäre und die intensiven Bemühungen zur Beförderung der über den Forstsektor hinausgehenden deutsch–polnischen Beziehungen waren beispielgebend und beeindruckten sehr.

Dank gebührt auch dem Landesbetrieb Forst Brandenburg für die Unterstützung der deutschen Teilnehmer.


Dr. Dr. habil. MATTHIAS NOACK