Albrecht Milnik
Forstmeister  i. R. Dr. rer. silv. habil.

Forsthistorische Schriften
 
Egon Wagenknecht - Ein langes Leben für Wald und Wild, 2005



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Reihe Forstliche Biografien,  Nr. 13,
Verlag: Kessel
 
ISBN: 3-935638-67-1
 
123 Seiten, 91 Abb., 4 Tab.
 
Schutzgebühr 11 Euro.
 

Egon Wagenknecht war ein bodenständiger Forstmann und und Jäger aus Brandenburg, geboren 1908 in Rauen bei Fürstenwalde (Spree), aufgewachsen in den nordbrandenburgischen Forsthäusern Altthymen bei Fürstenberg (Havel) und Wolfsgarten bei Zehdenick, Schulbesuch in Fürstenberg (Havel), Templin (Uckermark) und Oranienburg, Studium an der Universität Berlin und der Forstlichen Hochschule Eberswalde.

Als Forstreferendar machte er Bekanntschaft mit 20 preußischen Oberförstereien  von Ostpreußen bis zum Saarland. Als Forstassessor wurde er Assistent bei Professor

Alfred Dengler in Eberswalde. Nach der Promotion unterbrach der II. Weltkrieg mit seinen Folgen seine berufliche Entwicklung um fast zehn Jahre. Nach schwerer Verwundung verwaltete er kurzzeitig zwei Forstämter in Ostpreußen und Mecklenburg.

Ab 1948/1949 arbeitete er im Zentralforstamt in Berlin und als Hochschullehrer an der Forstwirtschaftlichen Fakultät der Humboldt-Universität zu Berlin in Eberswalde (1951 Professor, 1952 Direktor des Waldbau-Institutes). Ab 1952 wirkte er nebenamtlich als Chefredakteur des „Archivs für Forstwesen“, der führenden forstwissenschaftlichen Zeitschrift in der DDR. In diesem Jahr zum Ordentlichen Mitglied der Akademie der Landwirtschaftswissenschaften berufen, fungierte er von 1964 bis 1968 als Sekretar der Sektion Forstwesen dieser Akademie. Von 1965 bis 1971 gehörte er dem Forschungsrat der DDR an.

Wagenknecht hat zahlreiche forstliche und jagdliche Schriften verfasst (u.a. 1950 „Aufforsten planmäßig durchgeführt“ (4 Auflagen), 1956 „Eberswalde 1953 – Wege zu standortgerechter Forstwirtschaft“, 1965 „Bewirtschaftung der Schalenwildbestände“ (5 Auflagen), 1981 „Rotwild“ (5 Auflagen)). Insgesamt umfasst sein Literaturverzeichnis 300 Veröffentlichungen, von denen er über die Hälfte im „Ruhestand“ verfasste.

1955 brachte  er den Großversuch zur „Umwandlung reiner devastierter Kiefernwälder in standortgerechten leistungsstarken Mischwald“ in den Revieren Schwenow und Tschinka (Bei Beeskow) auf den Weg.

Wagenknecht bewirkte die Bildung einer Abteilung Jagdwirtschaft im Institut für Forstwissenschaften Eberswalde. Er veranlasste die Einrichtung von Wildforschungsgebieten und gehörte zu den Gründungsmitgliedern der Arbeitsgemeinschaft für Jagd- und Wildforschung.

Bis ins hohe Alter blieb er für das Forst- und Jagdwesen tätig. Er verkörperte wesentliche Abschnitte der deutschen Forst- und Jagdgeschichte des 20. Jahrhunderts.