Albrecht Milnik
Forstmeister i. R. Dr. rer. silv. habil.

Forsthistorische Schriften
 
Forstmeister Walter Boden 1847 - 1930, 2004
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2004: Forstmeister Walter Boden (1847-1930)
           (Reihe Forstliche  Biografien Nr. 12, 88 Seiten, 8 Tab.)
           
             Schutzgebühr  7,50 Euro.
 
Das Leben Walter Bodens fällt zum größten Teil in eine Glanzzeit der preußischen Forstwirtschaft. Nach einer vielseitigen Ausbildung an der Forstakademie Eberswalde und in der forstlichen Praxis in verschiedenen Provinzen Preußens wird ihm 1883 die Verwaltung der landschaftlich und forstlich reizvollen Lehroberförsterei Freienwalde übertragen.
Die Biographie stellt das schwere und arbeitsreiche Leben eines preußischen Oberförsters dar, das gar nicht den allgemeinen Vorstellungen vom Dasein eines Forstmannes entspricht. Umfangreiche Aufgaben erwachsen aus der Notwendigkeit, nicht standortsgemäße Kiefernforsten in Laubholzbestände zu überführen. Dazu kommen die Aufgaben aus dem Forschungsprogramm zum versuchsweisen Anbau von ausländischen Baumarten.
Außerordentliche Schwierigkeiten bereitet der Holzabsatz, denn um Oderberg befindet sich der größte Holzumschlagplatz Norddeutschlands (eine halbe Million Festmeter aus Osteuropa importierten Holzes auf dem Oderberger See; elf Sägewerke in Oderberg, Bralitz und Liepe). Die hartnäckigen Auseinandersetzungen um den Holzpreis gipfeln in der Forderung der Holzbranche, Boden zu versetzen. Ein gewaltiger Sturm am 12.2.1894 wirft zusätzlich etwa 50 000 Festmeter Holz zu Boden. Für dessen Abtransport lässt Boden eine Waldeisenbahn bis an die Oder bauen. Gegen Ende seiner Dienstzeit bringt der I. Weltkrieg zusätzliche Anforderungen (Harznutzung für die Industrie und Schweinemast im Wald zur Verbesserung der Ernährung der Bevölkerung).
Ungeachtet der besonderen Schwierigkeiten vermag Boden aus den gegebenen Möglichkeiten bewundernswerte forstliche Ergebnisse zu erzielen, wobei der die uneingeschränkte Unterstützung seines Vorgesetzten, des Akademiedirektors Bernhard Danckelmann, genießt. Am Ende seiner 37-jährigen Dienstzeit in Freienwalde kann Boden eine hervorragende Bilanz ziehen: unter seiner Leitung sind auf 350 Hektar Eichen- und Eichen-Buchen-Mischbestände entstanden. Der Anteil der Eiche an der Fläche der Oberförsterei hat sich von acht auf 15 % erhöht. Die Freienwalder Eichenwirtschaft ist durch Walter Boden in ganz Deutschland bekannt geworden.
Die Versuchsanbauten mit ausländischen Baumarten führen zu bedeutenden Ergebnissen. Auf 180 Flächen sind 33 Baumarten erfasst. Die besten Ergebnisse weisen die Anbauten von Douglasie, Riesen-Lebensbaum, Küsten-Tanne und Japan-Lärche auf. Die Krönung bildet eine heute 110-jährige Douglasie am Baa-See mit einer Höhe von 48,2 m. Sie gilt als der höchste Baum in Brandenburgs Wäldern.
Die Lehroberförsterei Freienwalde weist eine einmalige Dichte an forstlichen Versuchsflächen auf, und sie wird entsprechend häufig von heimischen und ausländischen Forstleuten besucht.